16. Literarisch musikalischer Salon - 08.11.2026 | Fotogalerie
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16. Literarisch musikalischer Salon
„Wieviel Tage muss ich gehen“
Wir freuen uns auf den nächsten Salon am Sonntag dem 8.11. mit dem Schriftsteller Michael Kumpfmüller und seinem Buch „Die Herrlichkeit des Lebens“ und den Geschwistern Marsollek an Piano und Violine.

Der 15. Literarisch- musikalische Salon am 04. Oktober in Schloss Freienwalde wurde dank der Philosophin und Autorin Dr. Miley Hyatt, dem Pianisten Wilhelm Müller und dem lebhaften Freienwalder Publikum zu einem besonders anregenden Abend.
Die in Texas geborene, im Schwarzwald groß gewordene und seit 2001 in Berlin lebende Autorin ist eine leidenschaftlich Reisende und wurde für ihr „Nachtzugtagebuch“, dass trotz aller bekannten Widrigkeiten wieder Lust auf Bahnreisen macht, bereits literarisch ausgezeichnet.
In dem jetzt vorgestellten neuen Buch „Wieviel Tage muss ich gehen“, berichtete sie über den Versuch aus ihrer urbanen Kreuzberger „Blase“ heraus der Natur und den Menschen östlich von Berlin fühlbar durch Ihre Wanderungen näher zu kommen. Daraus entspann sich mit dem Publikum ein spannendes Gespräch darüber, wie die Menschen aus ihren unterschiedlichen Parallelwelten in der Region zueinander finden. Prof Görner erinnerte daran, dass Preußen historisch immer schon aus Menschen ganz verschiedener Herkunft und Struktur zusammengesetzt war und gerade diese Verschiedenheit den Reichtum des Landes ausmachte. Mehrere Zuhörer berichteten aus ganz unterschiedlichen Projekten in Ostbrandenburg, in denen einheimische und zugezogene Städter gemeinsam Fruchtbares für die Gemeinschaft auf die Beine stellten und zueinander fanden.
Fesselnd waren auch Hyatts Erinnerung an ihre Kindheit: als Tochter amerikanisch evangelikal Missionare war sie bereits in den siebziger und achtziger Jahren mit ihrem Vater auf Mission. Reisen in der DDR unterwegs – von der Stasi beobachtet. interessanterweise aber toleriert. Wir hoffen, dass aus diesem Stoff ein weiters Buch entstehen wird.
Der junge Brandenburger Pianist Wilhelm Müller, der seine musikalische Ausbildung in der Kreismusikschule Märkisch Oderland begann, erfreute uns bereits im Frühjahr 2024 bei unserm ersten literarisch musikalischen Salon in Schloss Freienwalde.
Seit Oktober 2024 ist er Jungstudent am Julius-Stern-Institut der UDK Berlin, eine der weltweit führenden Einrichtungen zur musikalischen Spitzenförderung von Kindern und Jugendlichen und seit Januar 2026 an der Internationalen Musikakademie zur Förderung Musikalisch Hochbegabter.
Trotz anstehender Abiturprüfungen fand er sich bereit, unseren 15. Literarisch-musikalischen Salon zu bereichern.
Neben den hinreißenden Klängen von Ravels Jeux Déau und dem fulminanten 3. Satz aus Beethovens Klaviersonate Nr.8 bescherte Wilhelm Müller uns einen besonderen klanglichen wie musikhistorischen Leckerbissen: Die eher dem Jazz zugeneigte Toccatina aus den 8 Konzertetüden des ukrainisch- russischen Komponisten Nicolai Kapustin.
Müller erläuterte, dass der Jazz und die ihn praktizierenden Künstler unter Stalin geächtet waren, dass Kapustin diesen Bann aber dadurch umging, dass er nicht improvisierte, sondern seine Stücke in Noten setzte. In den späteren 50er Jahren machte er sich dann zunehmend offiziell als Jazz – Pianist, mit eigenem Quintett einen Namen und spielte auch in bedeutenden Moskauer Bigbands. 1980 wurde er Mitglied des sowjetischen Komponistenverbandes, was einer offiziellen staatlichen Anerkennung seines Schaffens entsprach.

Wann: 08.11.2026 - 17:30 Uhr

Schloss Freienwalde, Teehäuschen, Rathenaustraße 3,
Bad-Freienwalde



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