
Undinengefahr oder Was Fouqués Geschichte von einer Meerjungfrau uns heute noch zu sagen hat?
Chamissos romantischer Dichterfreund Friedrich de la Motte Fouqué erzählt 1811 in seinem Märchen Undine von einer Seejungfrau, die unsterblich sein möchte und deshalb einer Seele bedarf, die sie jedoch nur erhält, wenn sie sich in die Welt der Menschen begibt und heiratet. Undine findet einen Mann, den sie liebt, den Ritter Huldbrand. Schnell erweist sich, dass die Verbindung nicht hält. Undine kann ihren natürlichen Ursprung, die Welt des Wassers nicht verlassen, und der Ritter erkennt ihre (Natur-) Gesetze nicht an, sie ertränkt ihn.
Hinter der unglücklichen Liebesgeschichte offenbart sich ein zeitgenössisches Problem. Gleichnishaft zeigt sich das Verlangen des Menschen, der Natur nah zu sein, aber deren Gesetze nicht akzeptiert.
Doch gerade dadurch riskiert er den Bruch – wie Hulbrands Ende nahelegt – der zum existenziellen Untergang führen kann.
Der Förderverein bittet um rechtzeitige Reservierung. Die Veranstaltung findet im Garten des Musenhofes statt. Eintritt: 15.00 Euro