
3. Juli / 17:00 - 20:00
Am Bahnhof Trebnitz wird ein dauerhaftes Gedenkzeichen zur Erinnerung an NS-Zwangsarbeit und Lagerhaft in Trebnitz und Wulkow feierlich eingeweiht. Die Veranstaltung würdigt das Schicksal der Tausenden Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs nach Brandenburg verschleppt und zur Zwangsarbeit gezwungen wurden.
Entstehung des Gedenkzeichens
Das Gedenkzeichen ist im Rahmen des Projekts „Zwischenhalt Zwangsarbeit“ entstanden. Vorausgegangen sind deutsch-polnische Bildungsprojekte, Gesprächsabende und Gedenkspaziergänge, in denen Jugendliche und Erwachsene gemeinsam neue Formen des Erinnerns an NS-Verbrechen im ländlichen Ostbrandenburg entwickelt haben.
Schloss Trebnitz gehört neben dem Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. und Schlaglicht e.V. zu den drei Trägern in Brandenburg, die ein dauerhaftes Erinnerungszeichen an einem Bahnhof errichten konnten. Als Ort historisch-politischer Bildung und deutsch-polnischer Begegnung möchte Schloss Trebnitz damit einen Beitrag zur Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Gewalt leisten.
Historischer Hintergrund
Während des Zweiten Weltkriegs wurden Menschen aus Polen, der Tschechoslowakei, Italien, Frankreich und weiteren Ländern zur Zwangsarbeit nach Brandenburg verschleppt. Allein in Trebnitz waren rund 600 Menschen zur Zwangsarbeit eingesetzt. Im benachbarten Wulkow mussten etwa 400 tschechische und deutsche Jüdinnen und Juden aus dem Ghetto Theresienstadt unter menschenverachtenden Bedingungen Zwangsarbeit leisten und ein Außenlager errichten.
Der Bahnhof Trebnitz an der internationalen Bahnstrecke Berlin–Kostrzyn nad Odrą wurde bewusst als Standort gewählt. Er steht stellvertretend für die zahlreichen Bahnhöfe, über die Menschen während der NS-Zeit deportiert und zur Zwangsarbeit verschleppt wurden. Als sichtbarer Erinnerungsort soll das Gedenkzeichen künftig zur Auseinandersetzung mit der Geschichte von NS-Zwangsarbeit im ländlichen Brandenburg anregen.
Programm
17 Uhr, Feierliche Einweihung des Gedenkzeichens
Bahnhof Trebnitz
Mit Ansprachen von Jiří Čistecký, Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland und Jakub Wawrzyniak, stellvertretender Botschafter der Republik Polen in Deutschland, sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.
Anschließend: Kranzniederlegung
17:30 Uhr Gemeinsamer Spaziergang und Transfer zum Schloss Trebnitz
17:45 Uhr Filmpräsentation „Zwischenhalt Zwangsarbeit. Gedenkort Bahnhof Trebnitz“
Feldsteinscheune Schloss Trebnitz
Vortrag und Diskussion
Zum Stand der Erinnerung an NS-Zwangsarbeit in Europa, Deutschland und den grenzüberschreitenden Regionen mit Dr. Andrea Rudorff, Expertin für die Erinnerungsarbeit zu NS-Unrecht und KZ-Außenlagern, sowie weiteren Engagierten der lokalen Erinnerungsarbeit.
19 Uhr Gemeinsames Abendessen
Weitere Informationen
Mehr Informationen zum Projekt „Zwischenhalt Zwangsarbeit“ und zum Gedenkort Bahnhof Trebnitz finden Sie auf unserer Projektseite >>