Erste Hilfe – Information – Verbandbuch - Durchgangsarzt - Arbeitsunfall – was ist zu tun?
Was ist zu tun, wenn es zu einem Arbeitsunfall kommt? Darüber sind viele Beschäftigte nicht richtig informiert, beobachten die Arbeitsschutzexperten von DEKRA. Was es mit Erster Hilfe, Verbandbuch und Durchgangsarzt auf sich hat, erfahren Mitarbeitende in der jährlichen Unterweisung zum Arbeitsschutz. Unternehmen und Beschäftigte riskieren rechtliche, finanzielle oder gesundheitliche Nachteile, wenn sie sich nicht an die Vorgaben halten.
Die Unterweisung zum Arbeits- und Gesundheitsschutz wird aber häufig vernachlässigt, zeigt der DEKRA Arbeitssicherheitsreport 2025. Laut einer forsa-Befragung für DEKRA gibt es nur bei 75 Prozent der befragten Betriebe eine regelmäßige jährliche Unterweisung. Bei Betrieben unter 50 Mitarbeitern sind es sogar nur 45 Prozent.
Ganz wichtig nach einem Arbeitsunfall: „Neben der Ersten Hilfe und einem Notruf – falls nötig – ist eine Information an den Vorgesetzten und damit an den Arbeitgeber unerlässlich.“ Sollte der Arbeitsunfall zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Kalendertagen führen, muss der Arbeitgeber diesen Unfall bei der zuständigen Berufsgenossenschaft melden. In Deutschland kommt es laut DGUV jährlich zu rund 750.000 meldepflichtigen Arbeitsunfällen (2024).
Der Arbeitgeber muss zudem die Unfallursache ermitteln, gegebenenfalls die Gefährdungsbeurteilung überarbeiten und Arbeitsabläufe ändern. „Jeder Arbeitsunfall liefert wertvolle Informationen über Gefährdungen“, erinnert Jörg Lobe, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Gesundheitsschutz bei DEKRA.
„Eine systematische Auswertung ist für Arbeitgeber ein absolutes Muss, um die Arbeitssicherheit im Betrieb zu erhöhen.“ Wenig bekannt auch: Nach einem Arbeits- oder Wegeunfall müssen Verletzte eine Durchgangsärztin oder einen Durchgangsarzt aufsuchen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Versicherten die bestmögliche Behandlung erhalten. Jeder Unfall ist im so genannten Verbandbuch zu dokumentieren. Diesen Eintrag nimmt entweder der Ersthelfer oder bei kleineren Verletzungen der verunfallte Beschäftigte selbst vor.
„Das Verbandbuch ist für den Arbeitgeber eine wertvolle Quelle, um Gefährdungen und Unfallursachen und -abläufe zu erkennen und zu analysieren“, sagt DEKRA Experte Lobe. Er empfiehlt, die Einträge in einem digitalen Tool zu vermerken und dort auch die so genannten Beinahe-Unfälle zu erfassen. Auch dies liefere wichtige Hinweise für eine bessere Sicherheitskultur.
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