Kommt, Geister - 18.04.2026 | Fotogalerie
Fotogalerie
Kommt, Geister
Szenen aus Lichtspiel von Daniel Kehlmann
Urheber: Andreas Prinz Gelesen von Ulrich Noethen, eingerichtet von Gerhard Ahrens.

»Halten Sie mich nicht für allzu engstirnig, dass ich darauf beharre, auf Schuldfragen in der Kunst, und dass ich sie derart in den Vordergrund rücke.« – Ingeborg Bachmann, Frankfurter Poetik-Vorlesungen 1959

Der Regisseur Georg Wilhelm Pabst gilt neben Friedrich Wilhelm Murnau, Ernst Lubitsch und Fritz Lang als einer der Giganten des Stummfilmkinos der Weimarer Republik. 1933 beschließt Pabst angesichts der Machtübernahme der Nazis, nicht in Deutschland zu bleiben, versucht, in Hollywood Fuß zu fassen – und scheitert. Als ihn 1939 während eines Besuchs bei seiner Mutter in Österreich der Krieg überrascht, bleibt ihm die Rückkehr in die USA verwehrt. Bald dreht er auf Geheiß des Propagandaministers wieder in Deutschland, und es entstehen drei Filme für das NS-Kino.

Ein weiteres NS-Filmvorhaben Pabsts, Der Fall Molander, dessen Schnittfassung vor Kriegsende nicht mehr fertiggestellt werden konnte und seitdem als verschollen gilt, steht im Zentrum von Daniel Kehlmanns Lichtspiel. Der Roman leuchtet den berühmten und zugleich tragischen Künstler aus, der davon überzeugt war, nur der Kunst verpflichtet zu sein – bis die Realität ihn überrollte. Mit präzisem sprachlichem Schnitt und scharfem Blick entwirft Kehlmann eine Parabel über künstlerische Selbsttäuschung und moralische Verstrickung in einem totalitären Regime und fragt nach der Verantwortung des Künstlers, nach den Grenzen der Kunst und nach der Versuchung durch die Macht.

Ulrich Noethen lässt die Ambivalenz einer Epoche lebendig werden, in der Genie und Anpassung, Freiheit und Schuld, Schönheit und Barbarei gefährlich ineinander übergingen.

Ulrich Noethen, der in Stuttgart ausgebildet wurde, erhielt viele Auszeichnungen, darunter den deutschen Filmpreis für seine Rolle in Comedian Harmonists, die Goldene Kamera als bester deutscher Schauspieler und zweimal den Adolf-Grimme-Preis. Zuletzt war er unter anderem in den Literaturverfilmungen Deutschstunde und Unterleuten sowie im TV-Film Louis van Beethoven zu sehen.

Vortragsrecht: © Rowohlt Verlag GmbH, Hamburg

Eintritt: € 25,- /
ermäßigt und NHB-Card € 20,-

Vom Küchenchef empfohlen:
Dinner mit 3-Gänge-Menu
im Anschluss an die Veranstaltung
€ 80,- pro Person
einschl. Aperitif und Wasser sowie Tee oder Kaffee

Wann: 18.04.2026 - 17:00 Uhr

Schloss Neuhardenberg, Großer Saal, Schinkelplatz 1-8, 15320 Neuhardenberg,
Neuhardenberg



Sie haben Anregungen oder Kritiken? Eine Mail an die Redaktion genügt. Sämtliche Inhalte dieses Internetauftrittes unterliegen dem Copyright von prinz mediaconcept oder der jeweiligen Eigentümer. Die Fotos werden für die Berichterstattung erstellt.

Werbung
^